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AllgemeinCultural Fit – Wenn fachliche Kompetenz nicht alles ist
Bild: Working on steps shaped jigsaw puzzle

Cultural Fit – Wenn fachliche Kompetenz nicht alles ist

Fachliche Skills spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die erfolgreiche Rekrutierung von Mitarbeitern geht. Sie allein entscheiden aber nicht darüber, ob ein Bewerber ins Unternehmen passt. Ob ein gemeinsames Projekt erfolgreich oder ein Flop wird, hängt also nicht nur vom Know-how, sondern auch vom sogenannten Cultural Fit ab.

Was ist der Cultural Fit?

Der Begriff kommt aus der Personalpsychologie und zielt auf die Übereinstimmung der Wertvorstellungen und Handlungsweisen des Bewerbers und des Unternehmens ab. Im Vorstellungsgespräch wird also neben der fachlichen Kompetenz auch überprüft, ob der Kandidat zum Unternehmen passt. 

Warum Werte so wichtig sind

Stimmt der Cultural Fit nicht überein, kann es zu Differenzen kommen, die sich auf das komplette Team auswirken können. Werden dem Kandidaten beispielsweise größere Entscheidungen übertragen, können diese aufgrund des Werteunterschieds zu Ungunsten des Unternehmens und der Kollegen ausfallen. Unterscheidet sich die Wertekultur letztlich so sehr, wird der Kandidat mit hoher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit aus dem Unternehmen ausscheiden. Passt der Cultural Fit hingegen, können Sie davon ausgehen, dass der Kandidat auch langfristig dem Unternehmen erhalten bleibt. Auch wenn sich der Cultural Fit nicht deckt, hat dies jedoch nicht unbedingt zu bedeuten, dass der Kandidat falsche Werte vertritt. Der Kandidat passt einfach nicht zum Arbeitgeber und umgekehrt, ein anderer hingegen optimal.

Wie wichtig den Fachkräften selbst der Cultural Fit ist, zeigt die aktuelle Studie „Recruiting mit Persönlichkeit“ von StepStone. Darin geben 97 % der Befragten an, dass Ihnen die Übereinstimmung der Wertekultur mit dem Unternehmen wichtig ist. In diesem Zusammenhang standen u. a. der Führungsstil, der Umgang mit Kollegen und der Kommunikationsstil im Vordergrund. Jedoch können sich nur 35,7 % der befragten Fachkräfte auch wirklich mit der Unternehmenskultur des derzeitigen Arbeitgebers identifizieren.

So stellen Sie sicher, dass es passt

Was Cultural Fit eigentlich ist und warum es ein wichtiger Bestandteil des Auswahlprozesses ist, wissen wir also nun. Aber welche Maßnahmen können dabei helfen, den Cultural Fit bewusst in den Auswahlprozess einzubeziehen? 

Der erste Schritt beginnt mit der Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmenskultur. Sind Sie sich über Ihre eigene Kultur bewusst? Falls ja, dann ist die Grundlage bereits gelegt. Falls nein, dann sollten Sie sich schnellstmöglich und ernsthaft mit diesem Thema detailliert befassen. Was ist Ihrem Unternehmen und den Mitarbeitern wirklich wichtig? Welches Image möchten Sie nach außen tragen? Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht zu lapidar mit Begriffen wie flache Hierarchien oder flexible Arbeitsmodelle umgehen. Wenn Ihre offene Kultur nur aus einem Kicker und kostenlosen Getränken besteht, kann dies ganz schnell nach hinten losgehen. 

Wenn Sie Ihre eigene Unternehmenskultur weitreichend definiert haben, können Sie dem Bewerber im persönlichen Gespräch gezielt Fragen stellen, die Ihre Werte auch widerspiegeln. Hilfreich kann auch ein Katalog sein, der Fragestellungen beinhaltet, die auf Ihre Wertvorstellungen und Handlungsweisen abzielen. Besonders aussagekräftig sind zudem Situationen mit sozialem Bezug. Ein Restaurantbesuch nach der Arbeitszeit kann oftmals Aufschluss über soziale Kompetenzen eines Bewerbers geben. Ist dafür keine Zeit, fragen Sie sich, ob Sie mit dem Kandidaten auch Ihre freie Zeit verbringen würden. 

Wir helfen gern

Wenn Sie zu diesem Thema Unterstützung brauchen, helfen wir Ihnen gern. Sprechen Sie uns an: info@ds-media-team.de.

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Autorin: Julia Kück